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Reparieren statt verschwenden
Gemeinschaft & Engagement

Reparieren statt Verschwenden

Gegenstände werden ent­sorgt, obwohl sie noch repa­rier­bar wären. Repair Cafés helfen gegen Ressourcen­ver­schleiss – seit Frühling gibt’s eins im Kirchen­kreis neun.
08.10.2024Kirchenkreis neun
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Lukas Bärlocher

Ob alte Lampe, defekter Toaster oder kaputte Klei­dung – mit der Hilfe von Frei­willigen mit Repa­ra­tur­er­fahrung können viele Dinge kosten­los wieder in­stand­ge­setzt werden. Seit Frühling 2024 gibt es im «bistro ufem chilehügel» dafür ein Repair Café.

Draussen regnet es in Strömen, drinnen im «bistro ufem chilehügel» wird ge­schraubt, getüf­telt und ge­werkt. Der Duft von Kaffee und Kuchen liegt in der Luft. Eine Lese­lupe wird neu ver­ka­belt, bei einem Pouf werden die Fäden neu ver­näht. Beim ge­schäf­tigen Treiben an diesem Samstag­vor­mittag handelt es sich um ein Repair Café. Es findet zum zweiten Mal im Kirchen­kreis neun statt. Mit dem Repair Café will die refor­mierte Kirch­gemeinde Zürich einen Bei­trag gegen die Weg­werf­ge­sell­schaft und den Ressourcen­ver­schleiss leisten. Denn, ob alte Lampe oder de­fekter Toaster – mit ein bisschen hand­werk­lichem Ge­schick können viele Geräte repa­riert werden. Im Repair Café flicken frei­willige Repa­ra­teurinnen und Repa­ra­teure All­tags­gegen­stände: von Haus­halts­geräten über Elek­tro­nik bis hin zu Klei­dern und Spiel­zeugen. Die Repa­ra­turen sind kosten­los. In der Schweiz gibt es mittler­weile über 230 Repair Cafés.

Von der Idee zur Tat: Das Repair Café im Kirchenkreis neun

Die Idee für das Repair Café im Kirchen­kreis neun kam durch ein Kirch­gemeinde­mit­glied. Nicole Salvalaggio, die Sozial­dia­konin in Aus­bil­dung, war gleich be­geis­tert und sicherte die Unter­stützung des Kirchen­kreises zu. Gemein­sam mit dem Frei­willigen machte sich Nicole Salvalaggio an die Orga­ni­sa­tion. Er mobi­li­sierte an­schlies­send eine Gruppe von enga­gierten frei­willigen Repa­ra­teurinnen und Repa­ra­teuren. Laut Nicole Salvalaggio gibt es viele Menschen, die sich gern enga­gieren möchten, aber nicht wissen wie. «Als Sozial­dia­konin unter­stütze ich Aktio­nen wie ein Repair Café gern. Gerade pen­sio­nierte Menschen haben häufig einen grossen Er­fahrungs­schatz in aller­lei Repa­ra­tur­arbeiten, den sie gern teilen.» Wer gern flickt, hat die nötigen Werk­zeuge und Geräte aber meistens be­reits zu­hause. Und so bringen die Frei­willigen ihr Werk­zeug zum Löten, Schneiden oder Schrauben sowie Prüf­geräte für Elek­tro­nik gleich selbst ins Repair Café mit.

Lukas Bärlocher

«Einfacher geht`s nicht»

Im All­tag denkt man häufig noch zu wenig daran, dass viele Ge­brauchs­gegen­stände un­kom­pli­ziert in einem Repair Café ge­flickt werden könnten. Auch der Sozial­dia­konin Nicole Salvalaggio ging es nicht anders, als ihre Schneid­maschine im Büro kaputt ging. «Und plötz­lich fiel mir ein: Wir haben ja in­house ein Repair Café, ein­facher geht’s nicht», sagt sie. Die Schneid­maschine wurde letzten Samstag von einem Frei­willigen wieder auf Vor­der­mann ge­bracht. Mit seinen defekten Gegen­ständen kann man ganz ohne An­mel­dung im Repair Café vor­bei­gehen. Die Daten für alle Repair Cafés in der Schweiz sind auf einer ↗ Website der Stiftung für Konsumentenschutz zentral auf­ge­schaltet. Nicole Salvalaggio: «Mir gefällt der Gemein­schafts­gedanke am Repair Café. Die Frei­willigen können dank ihren Repa­ra­tur­fähig­keiten andern helfen. Dabei kommen Menschen in Kontakt und Aus­tausch, die sich sonst viel­leicht nicht be­geg­net wären». Das nächste Repair Café im «bistro ufem chilehügel» findet im November statt.

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