Reparieren statt Verschwenden

Ob alte Lampe, defekter Toaster oder kaputte Kleidung – mit der Hilfe von Freiwilligen mit Reparaturerfahrung können viele Dinge kostenlos wieder instandgesetzt werden. Seit Frühling 2024 gibt es im «bistro ufem chilehügel» dafür ein Repair Café.
Draussen regnet es in Strömen, drinnen im «bistro ufem chilehügel» wird geschraubt, getüftelt und gewerkt. Der Duft von Kaffee und Kuchen liegt in der Luft. Eine Leselupe wird neu verkabelt, bei einem Pouf werden die Fäden neu vernäht. Beim geschäftigen Treiben an diesem Samstagvormittag handelt es sich um ein Repair Café. Es findet zum zweiten Mal im Kirchenkreis neun statt. Mit dem Repair Café will die reformierte Kirchgemeinde Zürich einen Beitrag gegen die Wegwerfgesellschaft und den Ressourcenverschleiss leisten. Denn, ob alte Lampe oder defekter Toaster – mit ein bisschen handwerklichem Geschick können viele Geräte repariert werden. Im Repair Café flicken freiwillige Reparateurinnen und Reparateure Alltagsgegenstände: von Haushaltsgeräten über Elektronik bis hin zu Kleidern und Spielzeugen. Die Reparaturen sind kostenlos. In der Schweiz gibt es mittlerweile über 230 Repair Cafés.
Von der Idee zur Tat: Das Repair Café im Kirchenkreis neun
Die Idee für das Repair Café im Kirchenkreis neun kam durch ein Kirchgemeindemitglied. Nicole Salvalaggio, die Sozialdiakonin in Ausbildung, war gleich begeistert und sicherte die Unterstützung des Kirchenkreises zu. Gemeinsam mit dem Freiwilligen machte sich Nicole Salvalaggio an die Organisation. Er mobilisierte anschliessend eine Gruppe von engagierten freiwilligen Reparateurinnen und Reparateuren. Laut Nicole Salvalaggio gibt es viele Menschen, die sich gern engagieren möchten, aber nicht wissen wie. «Als Sozialdiakonin unterstütze ich Aktionen wie ein Repair Café gern. Gerade pensionierte Menschen haben häufig einen grossen Erfahrungsschatz in allerlei Reparaturarbeiten, den sie gern teilen.» Wer gern flickt, hat die nötigen Werkzeuge und Geräte aber meistens bereits zuhause. Und so bringen die Freiwilligen ihr Werkzeug zum Löten, Schneiden oder Schrauben sowie Prüfgeräte für Elektronik gleich selbst ins Repair Café mit.

«Einfacher geht`s nicht»
Im Alltag denkt man häufig noch zu wenig daran, dass viele Gebrauchsgegenstände unkompliziert in einem Repair Café geflickt werden könnten. Auch der Sozialdiakonin Nicole Salvalaggio ging es nicht anders, als ihre Schneidmaschine im Büro kaputt ging. «Und plötzlich fiel mir ein: Wir haben ja inhouse ein Repair Café, einfacher geht’s nicht», sagt sie. Die Schneidmaschine wurde letzten Samstag von einem Freiwilligen wieder auf Vordermann gebracht. Mit seinen defekten Gegenständen kann man ganz ohne Anmeldung im Repair Café vorbeigehen. Die Daten für alle Repair Cafés in der Schweiz sind auf einer ↗ Website der Stiftung für Konsumentenschutz zentral aufgeschaltet. Nicole Salvalaggio: «Mir gefällt der Gemeinschaftsgedanke am Repair Café. Die Freiwilligen können dank ihren Reparaturfähigkeiten andern helfen. Dabei kommen Menschen in Kontakt und Austausch, die sich sonst vielleicht nicht begegnet wären». Das nächste Repair Café im «bistro ufem chilehügel» findet im November statt.


