Mir säged Danke: Jann Knaus

Einmal im Monat erfüllt der Klang vierstimmiger Kirchenlieder und Choräle die Wiediker Bühlkirche im Kirchenkreis drei. Der angehende Sozialdiakon Jann Knaus (53) leitet hier das Singprojekt «Vierstimmig» in ehrenamtlicher Tätigkeit. Die Sänger:innen kommen teils von weit her und geniessen den Abend in singendem Einklang.
«Vierstimmig» verstehe sich dabei nicht als Chor, erklärt der gelernte Orgelbauer und angehende Sozialdiakon. «Wir sind eine wechselnde Gruppe von zehn bis 15 Menschen. Es gibt keine Verpflichtung. Man kann einfach kommen, wenn man möchte. Jedes Mal sind andere Leute da und es tönt jedes Mal wieder ganz anders.» Nur der Ablauf ist immer gleich. Jeweils an einem Donnerstag im Monat sortiert Jann Knaus abends zwölf Stapel Notenblätter in die vorderste Reihe der Kirchenbänke. Er hat sie sorgsam nach einer festen Dramaturgie ausgewählt, immer passend zum Kirchenjahr. Die Sänger:innen bedienen sich an den Werken, stellen sich in einen Kreis und beginnen nach einem kurzen Ein- und Ansingen ihren Gesang in Bass-, Tenor-, Sopran- und Altstimme. Am Klavier werden sie von Sander Lekkerkerk begleitet.
«Die schönsten Momente sind dann, wenn man sich von den Noten lösen kann, in dem Raum und in der Runde sein und den Klang und die Energie spüren kann.»
Geistige Klänge erfüllen Kirchen und Seele
Schon mit den ersten Tönen entfaltet sich ein energievoller Klang in der Bühlkirche. Es wird greif- und hörbar, wie sehr diese Lieder die Singenden im Herzen berühren. «Diese Klangdimension mit den Menschen zu entdecken, sie zu teilen, ist etwas Besonderes», findet Jann Knaus. In seiner bescheidenen Art erzählt er, wie sehr das Singen ihn von Kindheit an prägte und stärkte. Beim «Vierstimmig» nun seien für ihn die schönsten Momente, wenn man sich von den Noten löse, ganz im Raum und in der Runde sei, den Klang und die Energie spüre. Und wenn die Liedtexte einem Mut machen, hinauszugehen und «das Licht des Glaubens nach aussen zu tragen.» Dankbarkeit für sein Tun erfährt er von den Sänger:innen selbst, grossen Rückhalt erhält er zudem von den Pfarrpersonen, vom Kirchenkreis und der reformierten Kirche Zürich, die das Projekt mitträgt.
Ein Projekt für alle Menschen
Jann Knaus betont, dass die Gruppe für alle Interessierten jederzeit offen sei, unabhängig vom gesanglichen Können, vom Wohnort oder der Religion. Sängerin Rahel Suter nimmt für den Abend regelmässig eine Anfahrt von über einer Stunde aus dem Knonaueramt auf sich. «Jann hat eine gute Art, mit Menschen umzugehen. Ich komme, weil es wie ein Gottesdienst ist und weil man kommen kann, wie man ist,» betont sie. Dem pflichtet auch Hanspeter Haupt bei. «Ich singe Bass und freue mich, dass ich hier mitmachen kann, ohne gross zu üben. Jann trägt dieses Projekt und sein Engagement ist wirklich gut.» Er wie alle anderen Teilnehmenden profitieren auf vielen Ebenen vom Singen im Projekt «Vierstimmig» und hoffen, dass es noch lange weiterbestehen wird.

