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Wissen und Glauben im Wandel der Zeit
Bildung & Spiritualität

Wissen und Glauben im Wandel der Zeit

Die Denk­fabrik im Kirchen­kreis elf spannt den philo­sophischen Bogen von «Ich denke, also bin ich» bis zum «Ende der grossen Erzählungen».
18.03.2026,Marius Leutenegger,Kirchenkreis elf
Geschätzte Lesedauer: 4min
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Bronzefarbene Statue eines nachdenklichen Mannes, der den Kopf auf die Hand stützt, vor Holzhintergrund.
Unsplash | Kenny Eliason
Das Wichtigste auf einen Blick
Die Denkfabrik von Sozialdiakon Peter Jost bietet monatliche intellektuelle Reisen für Philosophieinteressierte an. Das aktuelle Thema «Wissen in der Neuzeit» wird diskutiert, von Descartes bis zur Moderne. Die Veranstaltung beinhaltet Diskussionen, Textanalysen und philosophische Vertiefungen zu verschiedenen Themen wie Immanuel Kant und Friedrich Nietzsche.

Mit seiner neuen Denk­fabrik möchte Sozial­diakon Peter Jost die Menschen einmal im Monat auf intel­lektu­elle Reisen mit­nehmen. Einge­laden sind alle, die sich für Philo­sophie inte­ressieren und sich einen Abend lang in ein spannendes Thema ver­tiefen möchten.

Die Denk­fabrik ist ein neues Ange­bot im Kirchen­kreis elf. Was steckt dahinter?

Peter Jost: Wir wollen jedes Jahr unter ein grosses Thema stellen, das wir mit den Teil­nehmenden disku­tieren. 2026 lautet das Thema: «Wissen in der Neuzeit: Vom Christen­tum zur Post­moderne». Das Funda­ment des Wissens hat sich ja im Lauf der Zeit radikal ver­ändert.

Peter Jost
Sozial­diakon Peter Jost hat die Denk­fabrik ent­wickelt und leitet sie auch. Tabea Hartmann
In welcher Hinsicht?

Beein­flusst vom Plato­nismus war im Mittel­alter die unsicht­bare, jen­seitige Welt Quelle von Wahr­heit. Und die kirch­lichen Auto­ritäten legten fest, wie die Welt funktio­niert. Die Menschen bezogen ihr Wissen quasi aus der Bibel. Es war selbst­ver­ständlich, dass es Gott gibt, und wer das ver­neinte, war nicht bei Sinnen. Mit der Säku­lari­sierung und Ratio­nali­sierung, die unter anderem mit René Descartes begann, zweifelte man die Bibel und die Kirche immer mehr an. Gleich­zeitig kam die Erfor­schung der Natur und das Dies­seits als Aus­gangs­punkt des Wissens in den Blick. Diesen Weg von Descartes bis in die heutige Zeit, möchte ich zusammen mit den Teil­nehmenden anhand wich­tiger Philo­sophen nach­zeichnen.

Aber die Philo­sophen waren doch für diese Ent­wicklung nicht ver­ant­wort­lich. Es war die Wissen­schaft, welche die alten Welt­bilder und Ver­ständnisse wider­legte …

Das stimmt schon, aber die Philo­sophen brachten den Wissens­stand ihrer jewei­ligen Zeit sehr ver­dichtet und mehr oder weniger komplex zum Aus­druck.

Die Denk­fabrik ist also eine intel­lektu­elle Übung?

Es steckt mehr dahinter. Letzt­lich geht es darum, woher wir kommen und wohin wir gehen. Das sind doch die spannendsten Fragen über­haupt. Sie müssten alle inte­ressieren.

Die erste Denk­fabrik zu Descartes hat bereits statt­gefunden. Wie war es?

Das Inte­resse hat mich über­wältigt! Ich ging von einer eher kleinen Stamm­tisch­runde aus, doch es kamen 31 Personen – die meisten haben sich schon für die nächste Denk­fabrik ange­meldet. Nach meiner Ein­führung in das Thema, den Philo­sophen und sein Denken lasen wir zentrale Text­stellen und disku­tierten sie. Danach gab es einen Apéro, bei dem wir in kleinerer Runde weiter philo­sophierten.

Ende März geht es in der Denk­fabrik um Immanuel Kant. Was waren seine Themen?

Eine seiner Kern­aussagen war, dass der Mensch nur über jene Dinge sichere Aus­sagen machen kann, die sinn­lich wahr­nehmbar sind. Er legte damit den Grund­stein für eine empi­rische Wissen­schaft, die Gott auf der Suche nach Erkennt­nissen bewusst aus­klammert.

Gibt es schon ein Denk­fabrik-Thema für das nächste Jahr?

Nein, aber ich freue mich über Anregungen der Teil­nehmenden.

Denkfabrik – Immanuel Kant: Das Ding an sich ist unerkennbar

Zentrum Glaubten, Riedenhaldenstrasse 1, 8046 Zürich

Eintritt frei

Anmeldung bei Sozialdiakon Peter Jost: peter.jost@reformiert-zuerich.ch, Tel. 043 495 90 53

Veranstaltungstermine: 

31. August: Albert Camus – Wie Leben in einer sinnlosen Welt?

28. September: Karl Popper – Wissenschaft kann nichts beweisen

26. Oktober: Friedrich Nietzsche – Gott ist tot

30. November: Jean-Francois Lyotard – Das Ende der Wahrheit

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