Mir säged Danke: Michael Wirz

Jeden Dienstagmittag duftet es im Kulturhaus Helferei nahe dem Zürcher Grossmünster nach Pizza. Dann gibt es nicht etwa eine grosse Lieferung vom Kurierservice. Im Gegenteil! Es backt die gute Seele des Hauses – Michael Wirz, der Haustechniker und Hauswart höchstpersönlich; inmitten des Bistros, hochkonzentriert und ganz in sein Handwerk versunken.
Backen war tatsächlich einmal Michael Wirz’ Beruf. Über zwanzig Jahre arbeitete er als gelernter Bäcker-Konditor, ehe er die Schürze wegen einer Mehlstauballergie unfreiwillig an den Nagel hängen musste. Eine Umschulung brachte den zweifachen Vater per Zufall zur Helferei, wo er nun seit bald zwölf Jahren angestellt ist. «Michi hat ein grosses technisches Verständnis. Er hütet und pflegt dieses Haus und ist immer präsent», sagt Martin Wigger, Leiter der Helferei. «Michi ist von diesem Ort nicht wegzudenken», führt er fort und kommt schnell auf das zu sprechen, was den Hauswart und -techniker im Besonderen auszeichnet: Sein grosses Engagement, das über seine eigentlichen Aufgaben hinausgeht. «Er hat immer einen Lebensrat, nimmt sich Zeit, hört zu, hilft.» Und er bringt Ideen in die Helferei ein, die für die Gemeinschaft einen echten Mehrwert bieten.
«Mir macht Freude, etwas mehr zu tun, als man eigentlich müsste und dann die Freude der anderen Menschen zu sehen.»
Die Kraft des Engagements fürs Gemeinwohl
«Ich bin ein Macher», sagt Michael Wirz über sich selbst. «Mir macht Freude, etwas mehr zu tun, als man eigentlich müsste und dann die Freude der anderen Menschen zu sehen.» Die Ideen und Projekte, die er eigenverantwortlich entwickelt, bringen ihn zu seinen beruflichen Wurzeln zurück: Die Küche der Helferei ist der Ort, wo er vor kurzem eigene Gelati oder die exklusive Grossmünster-Schoggi kreierte, die er heute mit viel Passion herstellt. Als Bäcker juckte es ihn in den Fingern, wieder einmal zum Teigschaber zu greifen und einen weiteren, lange gehegten Traum zu aktivieren: Pizzaiolo zu sein. Seit 2023 steht er immer dienstags im Bistro der Helferei parat, um Pizzas zu backen. Er meistert die Aufgabe professionell: Jeder Handgriff sitzt, wenn er die Teige formt, die er zuvor 48 Stunden hat ruhen lassen, wenn er Beläge verteilt und am Ende die fertigen Pizzen aus dem Ofen holt. Mit einem Lächeln und einem netten Wort überreicht er seinen Gästen dann das duftende Mittagessen. Menschen von der Gasse, Besucher:innen oder Mitarbeitende der Kirchgemeinde kommen gerne. Viele sind Stammgäste. «Wir sind alle sehr dankbar für dieses Angebot», erklärt Sabine Alt, Projektleiterin bei der reformierten Kirchgemeinde Zürich, die regelmässig zum Mittagessen bei Michael vorbeischaut.
Verbunden in Vertrauen und Wertschätzung
«Ich bin dankbar, dass ich da bin, wo ich bin», betont Michael Wirz. «Ich komme mit vielen Menschen in Berührung, kann hier meine Ideen einbringen und arbeiten, wie ich möchte. Es ist ein Geben und Nehmen.» Als Mensch mit vielen Talenten, mit Initiativkraft und Visionen belebt Michael Wirz die Helferei auf unterschiedliche Weise. Damit ist er ein Segen für die reformierte Kirchgemeinde Zürich. «Das hier ist ein wunderbares kirchliches Angebot, das Menschen zusammenbringt, die sich sonst vielleicht gar nicht treffen würden. Wir hoffen, dass er noch lange weitermacht», bringt es Sabine Alt auf den Punkt. Ohne Michael Wirz und seine offene, herzliche Art, würde der Helferei ein wichtiger Teil ihrer Vielfalt fehlen.
«Luigi’s Pizza» gibt es immer dienstags im Bistro der Helferei von 12 bis 14 Uhr. Weitere Informationen zum Kultur- und Mittagstisch-Programm auf kulturhaus-helferei.ch
