
Kantorei
Die Kantorei St. Peter Zürich wurde 1869 als Kirchenchor St. Peter gegründet und ist somit der älteste Kirchenchor der Stadt Zürich. Seit April 2026 steht die Kantorei unter der interimistischen Leitung von Beat Schäfer und besteht aus ca. 50 Sängerinnen und Sängern. Zum Jahresprogramm der Kantorei gehören drei grössere Veranstaltungen mit Instrumentalbegleitung sowie Solistinnen und Solisten (Passionsandacht, Sommerkonzert und Adventsmusik) sowie zwei offene Singen (Sommer und Advent). Regelmässig gestaltet die Kantorei auch Gottesdienste mit dem Vortrag verschiedener Musikwerke sowie mit dem gemeinsamen Singen mit der Gemeinde. Die Kantorei bietet ein musikalisch vielseitiges Programm von sakraler sowie weltlicher Chormusik aus verschiedenen Epochen und pflegt die Zusammenarbeit mit anderen Chören.
Neben den wöchentlichen Proben stehen jährlich auch zwei Singwochenenden ausserhalb Zürichs auf dem Probenplan. Dort werden die Werke vertieft geübt und auch Stimmbildung gehört zum Programm. Diese Wochenenden bieten zudem Gelegenheit, einander besser kennenzulernen und das gesellige Beisammensein zu pflegen.
Beat Schäfer ist seit April 2026 an der Stadtkirche St. Peter Kantor ad Interim. Er war langjähriger Leiter des Bereichs Kirchenmusik an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und tritt nun in den Ruhestand. Dies bedeutet jedoch nicht das Ende seiner kirchenmusikalischen Tätigkeit.
Obwohl er Pfarrerssohn ist, hatte Beat Schäfer nicht unbedingt von Kindsbeinen an den Wunsch, die Kirchenmusik zu seiner Passion zu machen: «Ich würde eher sagen, meine Liebe zur Kirchenmusik wuchs mit mir», erzählt der Musiker schmunzelnd. Schäfer arbeitet gerne mit einer Gruppe von Menschen zusammen, und so lag es auf der Hand, dass er zur Schulmusik und zur Chorleitung kam: «Während 16 Jahren war ich Gymnasiallehrer und baute parallel dazu in Meilen eine Kantorei mit verschiedenen Chören auf.» 1994 wurde er Leiter der Kantorenschule Zürich und war seit 2006 Professor für Chorleitung und Leiter Kirchenmusik an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).
Überzeugende Arbeit als Kantor leisten zu können, hat für ihn viel mit Authentizität zu tun. «Meiner Meinung nach ist etwas vom wichtigsten, dass ein Kantor die Bedürfnisse der Gemeinde im Blick behält und sich selbst treu bleibt dabei. In der einen Gemeinde sorgt die Aufführung einer Bach-Kantate für Glücksmomente im Publikum, in der anderen Gemeinde stösst eine volkstümliche Aufführung auf mehr Begeisterung.» Beat Schäfer findet es natürlich, wenn eine Kirche auf ein musikalisch breites Angebot setzt, weil es eine stilistisch uniforme Gemeinde selten gibt. «Hier ist unsere enge Kooperation mit der Johanneskirche erwähnenswert: Verschiedene Studierende und Dozierende der ZHdK sind aktiv am kirchenmusikalischen Angebot der Johanneskirche beteiligt. Sie musizieren dabei in Offenen Mitsingvespern, singen Motetten, Kantaten, Gospels oder jazzige Songs und spielen auf der Orgel in allen Stilen vom 15. Jahrhundert bis heute.»
