
Name und Entstehung
Anfänge und Entwicklung
Laut der ältesten Zürcher Urkunde gründete König Ludwig der Deutsche 853 für seine Tochter Hildegard ein Frauenkloster in Zürich. Schon 874 wurde am heutigen Standort eine erste Kirche geweiht. Sie war als dreischiffige Basilika mit Querschiff und drei Apsiden angelegt. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Ostteil mehrfach umgebaut; auch die beiden Türme entstanden in Etappen. Der Südturm dürfte in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet worden sein, der Nordturm um 1220–1230.
Romanik, Gotik und Wandel
Ab etwa 1250 wurde das Fraumünster grundlegend erneuert. Chor und Querschiff entstanden zunächst in romanischer, später in gotischer Formensprache. So prägen bis heute beide Stile das Bauwerk. Im 14. und 15. Jahrhundert folgte das Langhaus, allerdings unter wirtschaftlich schwierigen Bedingungen und mit längeren Unterbrüchen. Im 18. Jahrhundert wurden Mittelschiff und Türme umgebaut; im 20. Jahrhundert erhielt die Kirche durch die Restaurierung von Gustav Gull ihr heutiges Erscheinungsbild. Im Innern kamen später die Fenster von Heaton, Giacometti und Chagall sowie die grosse Orgel hinzu.

Reformation
1524 übergab die letzte Äbtissin Katharina von Zimmern Abtei und Kirche dem Zürcher Rat. Damit endete die Geschichte des Klosters; das Fraumünster wurde zur reformierten Stadtkirche.