Sonnegg
Geschichte

Als Ort der Begegnung steht Gastfreundschaft an oberster Stelle des Sonneggs. Diese war seit Anbeginn Teil des Hauses, das bereits nach seiner Erbauung im Jahr 1886 als Wirtschaft und später als Café betrieben wurde.
Von den historischen Ursprüngen zur alkoholfreien Wirtschaft
Die ersten Zeugnisse reichen weit zurück: 1361 wird in alten Quellen eine hier liegende Wiese erwähnt, 1573 das «Haus des Widumgutes», das 1884 jedoch einem Brand zum Opfer fiel.
Der heutige Nachfolgebau wurde zwei Jahre später als Wohnhaus mit Wirtschaft errichtet und 1916 von der poliitschen Gemeinde Höngg erworben. Sie vermietete das Gebäude dem Frauenverein Höngg, der hier, mitten im Dorfkern, jahrzehntelang ein alkoholfreies Restaurant betrieb. Die Abstinenzlerbewegung erstarkte im Raum Zürich Ende des 19. Jahrhunderts, als in den meisten Lokalen nur alkoholische Getränke ausgeschenkt wurden und das Alkoholproblem ständig zunahm. Das Sonnegg war eine der ersten alkoholfreien Wirtschaften in den ehemaligen Vororten von Zürich.
Bauliche Entwicklung und Übernahme durch die Kirche
Das weit über 100 Jahre alte Haus wurde immer wieder vergrössert und den Anforderungen der Zeit angepasst. Der schlichte spätklassizistische Bau wurde 1929/31 mit Anbauten versehen. Dabei ist heute noch die jeweilige Architektursprache der einzelnen Zeitabschnitte deutlich lesbar. So zum Beispiel der Rundbau im Restaurant als Ausdruck der frühen dreissiger Jahre oder der Küchenvorbau als Zeuge des «Neuen Bauens» der 50er- und 60er-Jahre.
Die Reformierte Kirche Höngg kaufte die Liegenschaft im Dezember 1983 von der Stadt Zürich. Im Kaufvertrag ist festgehalten: «Die Erwerberin verpflichtet sich gegenüber der Stadt Zürich, die Liegenschaft «Sonnegg» (wie bisher im Rahmen des Mietvertrages) als Begegnungsstätte für die Quartierbewohner der Öffentlichkeit dauernd zur Verfügung zu stellen.»
Die Kirchgemeinde liess das Haus 1998 aussen renovieren.
Ehrenamtliches Engagement der «Sonnegg-Frauen»
Seit 1978 betrieben die «Sonnegg-Frauen» im Sonnegg das heimelige Café. Es ist eine bunt gemischte Gruppe gleichgesinnter Frauen, die sich für die Gemeinschaft in Höngg und über die Quartiergrenzen hinaus für soziale Institutionen einsetzen. Speis und Trank im Sonnegg konnte sich jede und jeder leisten, da sich die Soneggfrauen freiwillig engagierten und keinen Gewinn machen mssten. Was nach Abzug der Selbstkosten übrig blieb, spendeten sie jährlich an verschiedene Projekte und Werke im In- und Ausland. Dabei kamen jeweils ansehnliche Beträge zusammen.

Neubeginn als Familien- und Generationenhaus
Seit 2008 gediehen die Pläne für das Projekt «Familien- und Generationenhaus Sonnegg». Durch den Umbau des renovationsbedürftigen Haus Sonnegg sollte die Idee einer generationenfreundlichen Kirchgemeinde umgesetzt werden.
Infolge des Umbaus wurde das Haus ab April 2014 zeitweise geschlossen. Damit löste sich auch die Freiwilligengruppe der «Sonnegg-Frauen» auf.
Ende Oktober 2015 wurde das Haus mit einem Festakt eröffnet und in Betrieb genommen. Seither ist das Generationencafé kafi & zyt jeden Nachmittag von 14-17.30 Uhr (ausser in den Schulferien) geöffnet.