Die Pauluskirche

Geschichte der Pauluskirche
In den 1920er Jahren entstanden neue Wohnsiedlungen v.a. nördlich der Kirche Unterstrass, so dass die damalige Kirchgemeinde Unterstrass über 14000 Mitglieder zählte. Um dem Bedarf nach einer weiteren grossen, reformierten Kirche im Quartier nachzugehen, fand 1929 ein öffentlicher Wettbewerb in zwei Phasen statt. Das Projekt von Martin Risch gewann und am 21. Februar 1932 wurde das Projekt nach einer leidenschaftlichen in einer Volksabstimmung angenommen. Im Juni 1932 begann die Umsetzung des Projekts von den Architekten Martin Risch und August Arter. Am 23. September 1933 zogen 1500 Kinder die Glocken in den Kirchturm auf und am 14. Januar 1934 wurde die fertig gestellte, 1400-plätzige Pauluskirche eingeweiht. Über die Jahre 1984–1986 fand eine umfassende Aussensanierung der Kirche statt, worauf im 2007 eine Innensanierung durch team4 Architekten Zürich folgte.
Nachdem die Kirchgemeinde Unterstrass durch verschiedene neu entstandene Wohnsiedlungen in den 1920er Jahren auf etwa 14 000 Gemeindeglieder angewachsen war, benötigte sie dringend einen weiteren Kirchenraum und ein Gemeindehaus. Nach Vorstellung von Bauherrschaft und Architekt Martin Risch (er bekam den Zuschlag zur Bearbeitung seines im öffentlichen Wettbewerb von 1928 eingereichten Entwurfs) sollte auf dem im Jahr 1927 erworbenen Grundstück von 7620 m2 ein architektonisches Zentrum in Unterstrass erstellt werden, bestehend aus zwei schlichten Baukörpern in grossen Formen, einer weiträumigen Platzanlage und einer breiten Freitreppe.
Am 21.2.1932 wurde das Projekt nach leidenschaftlichen Diskussionen in einer Volksabstimmung mit 13 497 Ja- und genau 8000 Nein-Stimmen angenommen. Bereits am 15.6.1932 wurde mit dem Aushub begonnen, und am 19.8. folgte die Grundsteinlegung. Rund ein Jahr danach – am 23.9.1933 – erfolgte, unter Mitwirkung von 1500 Kindern, der Glockenaufzug. Das Kirchgemeindehaus konnte am 22.10.1933 eröffnet und die Kirche mit 1200 Plätzen am 14. Januar 1934 eingeweiht werden.
Im markanten rechteckigen Kirchturm wurde ein offener Glockenstuhl mit imposantem Geläute geschaffen und zu jeder Seite eine grosse Turmuhr angebracht. Der Turm wurde in armiertem Beton erbaut und mit Muschelsandstein aus Estavayer verkleidet. Daran in gleicher Breite anschliessend entstand der schlichte, mit Verputz versehene Backstein-Kirchenraum mit flachem Satteldach. Der Innenraum ist geprägt vom Gedanken der Ersteller, eine Predigt-Kirche zu schaffen. So sollte ihr Innenraum möglichst rein gestaltet werden mit zentraler Kanzel, dahinter liegend die Sängerempore und Orgel mit farbigem Fenster von Augusto Giacometti dazwischen. Im Turm entstanden zwei übereinander liegende Emporen
Die sonst schmucklosen Bauten sollten ergänzt werden durch imposante Statuen, und zwar einerseits beim Eingang zur Kirche (die vier Reformatoren Zwingli, Luther, Calvin und Bullinger) und andererseits als Schwerpunkt der Aussenanlange an der Ecke der Freitreppe bei der Kreuzung Milchbuckstrasse/Scheuchzerstrasse (Freiplastik «Die Bekehrung des Apostels Paulus»). Der Bildhauer Otto Kappeler wurde mittels Wettbewerb mit der Schaffung dieser Plastiken beauftragt.